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Barbara Krohn

Frage: Warum Krimis?

Krohn: Zufall. Nicht aus Leidenschaft jedenfalls. Krimis sind wunderbare Zwitter, man kann unterhalten und zugleich alle möglichen Erzählnischen mit einflechten.


Frage: Was bedeutet deutscher Krimi für Sie?

Krohn: Meistens eher Langeweile und Biederes. Blicke auf Gemüseeintopf und Einfältigkeit und die brave deutsche Seele. Dabei birgt selbst Provinz so viele Möglichkeiten

Frage: Wer ist überschätzt?

Krohn: Donna Leon, Patricia Cornwell -

Frage: Wer ist unterschätzt?

Krohn: Bernhard Jaumann.

Frage: Krimi - eine Literaturgattung?

Krohn: Mit fließenden Grenzen natürlich, wie jede anständige Literaturgattung.

Frage: Wie sind Sie zum Krimi gekommen?

Krohn: Zufall. Tipp von einem Freund. Neugier.

Frage: Ihre Lieblingstatwaffe?

Krohn: Keine.

Frage: Mord - muss das sein?

Krohn: Im Krimi? Vermutlich. Ansonsten kann ich gut drauf verzichten.

Frage: Warum schreiben Sie?

Krohn: Aus Leidenschaft. Weil ich gern erzähle. Ich lasse mich gern von der Sprache treiben und mitnehmen zu unbekannten Ufern. Stranden inklusive. Auch Schiffbruch denkbar. Das Leben eben.

Frage: Bilden Sie in Ihren Kriminalromanen die Gegenwart ab?

Krohn: Nur zum Teil. Abbilden ist langweilig, aber die Gegenwart (die letzten fünfzig Jahre) ist mein Erzählhintergrund. Mit literarischer Freiheit zu Spinnerei und Utopie.

Frage: Wo würden Sie Ihr "Setting" wählen?

Krohn: In Landschaften und Umgebungen, zu denen ich einen sinnlichen Zugang habe.

Frage: Welche Bedeutung hat für Sie Essen und Trinken?

Krohn: Dieselbe wie Luft und Liebe und Literatur. Braucht man. Brauchen auch meine Papierfiguren, um lebendig zu werden.

Frage: Sex im Krimi?

Krohn: Wie überall. Why not, wenn's der Wahrheitsverschleierung dient. Aber bitte nicht platt, sondern subtil.

Frage: Wenn ja, warum?

Krohn: s.o.

Frage: Wenn nein, warum?

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Frage: Gibt es einen "Frauenkrimi"?

Krohn: Nicht einen, viele. Frauen denken und fühlen anders, also schreiben sie auch anders.

Frage: Für wen schreiben Sie?

Krohn: Für ein imaginäres Publikum.

Frage: Plotentwicklung - Ihr erster Gedanke?

Krohn: Oh nee, das schon wieder, kann ich doch nicht

Frage: Machen Sie sich Notizen und wo kommen Ihre Ideen her?

Krohn: Meine Ideen kommen beim Schreiben, unter der Dusche, beim Joggen. Meistens dann, wenn ich sie nicht rufe.

Frage: Wo schreiben Sie?

Krohn: Am Computer, in meinem Arbeitszimmer.

Frage: Hindert der PC Sie am Schreiben?

Krohn: Im Gegenteil.

Frage: Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Krohn: Die rote Zora.

Frage: Ihr Lieblingsbuch heute?

Krohn: "Katzenauge" von Margaret Atwood.

Frage: Ihre Lieblings-Krimiautorin / Ihr Lieblings-Krimiautor?

Krohn: Habe keinen.

Frage: Ihr Lieblingsfilm?

Krohn: : "The Hours".

Frage: Ihr Lieblingsgetränk?

Krohn: Caipirinha.

Frage: Kochen Sie?

Krohn: Sehr gerne.

Frage: Gehen Sie essen, und wenn ja, wo?

Krohn: Auch gern, am liebsten asiatisch.

Frage: Was ist Ihr Lieblingskleidungsstück?

Krohn: Sommerröcke.

Frage: Fußball - ist das ein Thema für Sie?

Krohn: Nein, aber mein Sohn ist neuerdings Fußballfan, also gehe ich manchmal auch hin und schreie mit.

Frage: Frauen/Männer - ist das wichtig für Sie?

Krohn: Ja. Immer wieder spannend und viele Entdeckungsreisen wert.

Frage: Ihre Lieblingsstadt in Deutschland?

Krohn: Oh je. Vermutlich Berlin.

Frage: Ihr Lieblingsland?

Krohn: Italien.

Frage: Was lieben Sie?

Krohn: Meine Kinder, meinen Mann, Lesen, Reisen, Alleinsein, Tanzen, Musik. Und das Meer! Alle Meere!

Frage: Was verabscheuen Sie?

Krohn: Sülze, schlechte Musik, Zigarettenrauch und betrunkene Männer.


Frage: Beste Schulnote - worin?

Krohn: Sport

Frage: Schlechteste Schulnote - worin & warum?

Krohn: Kann einfach nicht malen. Hätte lieber Musik wählen sollen.

Frage: Ihr Traumberuf?

Krohn: Gibt's nicht. Irgendwo zwischen Tennisprofi, Konzertpianistin, Lehrerin, erfolgreicher Schriftstellerin, Gärtnerin und reicher Erbin.

Frage: Haben Sie eine Ahnung, warum Sie diesen Fragebogen beantwortet haben?

Krohn: Um euch einen Gefallen zu tun.


Barbara Krohn
Geboren 1957 in Hamburg. Nach ihrem Studium der Germanistik und Italianistik verbrachte Barbara Krohn vier Jahre als Lektorin des DAAD für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Neapel. Neben zahlreichen Übersetzungen aus dem Italienischen schrieb Barbara Krohn, neben anderen Büchern, auch bislang drei Kriminalromane und einige Kriminalgeschichten.

Mit ihrem Debüt-Krimi "Der Tote unter der Piazza" (1998) wurde sie für den Friedrich-Glauser-Preis - Krimipreis der Autoren nominiert, ebenso wie für ihren Krimi "Weg vom Fenster" (1999). 2002 erhielt Barbara Krohn den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg.

Barbara Krohn ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Regensburg.

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Die Krimis:
1998, Der Tote unter der Piazza. Aufbau Taschenbuch 1441
1998, Weg vom Fenster. Aufbau Taschenbuch 1595
2002, Rosas Rückkehr. Rütten & Loening
2003, Rosas Rückkehr. Aufbau Taschenbuch 1941


Die Kurzkrimis:
2000, Auf Messers Schneide. In: Stern Sommerspecial Juli 2000
2002, Werler Totentanz. In: Karr/Kehrer/Knorr (Hg): Mord am Hellweg. Grafit
2003, Mord im Orientexpress - Rache ist süß. In: Mord am Niederrhein. Grafit
2004, Katzenfutter mit Kaviar. In: Lounge - Blue Capital Frühjahr 2004



Stand: 18.3.2004

Alle Titel und natürlich jedes andere lieferbare Buch können und sollten Sie bei Missing Link in Bonn bestellen, einer Buchhandlung, die sich auf Sekundärliteratur zum Krimi, auf Kriminalliteratur und auch auf die Beschaffung ausländischer Literatur spezialisiert hat.
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Thomas Przybilka
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Die Befragenden:

Gisela Lehmer-Kerkloh rezensiert Kriminalliteratur. Sie ist Mitglied bei den Sisters in Crime, bei der GVM (Genootschap van Vlaamse Misdaadauteurs), sowie Amiga im Syndikat.
Bei den Alligatorpapieren veröffentlicht sie regelmäßig ihren "Krimi-Kurier" Letzte Buchveröffentlichung:
Siggi Baumeister oder: Eine Verfolgung quer durch die Eifel. Die Eifelkrimis des Jacques Berndorf.
84 S., 2001; EUR 10,50
NordPark Verlag

Thomas Przybilka verdient seinen Lebensunterhalt als Buchhändler. Er ist langjähriges Mitglied der "Autorengruppe Deutschsprachige Kriminalliteratur Das Syndikat". 1989 baute er das international bekannte "Bonner Krimi Archiv (Sekundärliteratur)" [BOKAS] auf. Bei den Alligatorpapieren veröffentlicht er regelmäßig seine "Krimi-Tipps zur Sekundärliteratur zum Krimi." Zahlreiche Publikationen zur Kriminalliteratur in Fachanthologien und -magazinen im In- und Ausland. Kriminalgeschichten in Deutschland, Bulgarien und Spanien. Letzte Buchveröffentlichung:
Siggi Baumeister oder: Eine Verfolgung quer durch die Eifel. Die Eifelkrimis des Jacques Berndorf.
84 S., 2001; EUR 10,50
NordPark Verlag



Die Befragungen von Gisela Lehmer-Kerkloh und Thomas Przybilka
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